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Geschichte Neuenhain: Zeittafel

(aus: Otto Raven, Geschichte eines Dorfes, 1971 Hrsg. Gem. Neuenhain)

Jahr: Ereigisse:

1035

Kaiser Konrad II. und Kaiserin Gisela schenken dem Kloster Limburg in der Pfalz die Vogtei Sulzbach. Neuenhain wird nicht genannt.

1191

Kloster Retters besitzt in „Nuwenhagen“ 4 Weingärten. Urkundliche Ersterwähnung des Dorfes.

1215

Urkundliche Ersterwähnung der Burg Königstein und der Kirche in Schneidhain.

1265

Magister Rudolfus zu Wetzlar schenkt dem Kloster Thron seine Weingärten zu Neuenhain.

1285

Berthold und Luburc vermachen ihren Hof in Neuenhain den Klöstern Retters und Thron. Vergl. 1589/91

1294

Bau einer Kapelle in Neuenhain, die zur Pfarrei Sulzbach gehört.

1313

König Johann von Böhmen, Reichsvikar, verleiht Königstein Stadtrechte.

1321

Frankfurter Urkunde über die Neuenhainer Heeresfolgepflicht gegenüber der Reichsstadt Frankfurt

1325/26

Die Kapelle zu Neuenhain wird Pfarrkirche unter Abtrennung von der Sulzbacher Pfarrei

1418

Die Brüder Philipp III., der Ältere, und Philipp IV., der Jüngere, und Henne von Neuenhain genannt von Reifenberg, verkaufen dem Antoniter-Orden zu Rossbach bei Hanau ihren adeligen Freihof zu Neuenhain

1421

Gottfried und Eberhard, Herren von Eppstein, bestätigen die Freiheiten dieses Antoniterhofs.

1421 u. 1433

Bei der Eppsteiner Bruderteilung fällt Neuenhain an Herrn Eberhard von Eppstein-Königstein

1453

Neuenhainer Weistum für Eberhard von Eppstein-Königstein

1455

Vertrag des Antoniterordens, jetzt in Höchst, mit der Gemeinde Neuenhain

1482

Bau einer Kapelle zu Soden

1535/40

Graf Ludwig von Stolberg-Königstein führt die lutherische Reformation in seiner Grafschaft, auch in Neuenhain, durch.

1575

Vertrag zwischen Kloster Thron und Gemeinde Neuenhain wegen der Haltung des Faselochsen im „Thöner Hof“

1581

13. November. Pfalzgraf Johann Kasimir besucht Sulzbach und Neuenhain

1582

Er führt das reformierte, calvinische Bekenntnis im Kirchspiel Neuenhain, zu dem jetzt auch Schneidhain mit Altenhain kommen, ein.

1589/91

Kurpfalz kauft den „Thröner Hof“ und baut dort das Amtshaus, auch „Herrnbau“ und „Kellerei“ genannt.

1594

Beginn des ältesten reformierten Kirchenbuchs

1606

In Neuenhain wütet die Pest

1609

Vogteischultheiß Eberhard Maywald baut sein stattliches Haus an der Langgasse, heute Hauptstraße 19, „Naussauer Hof“

1619

kauft Kurpfalz dieses Haus als Wohnsitz des 2. Pfarrers (Diakons), der darin auch Schule hält

1620

August. Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) lagert ein spanisches Heer unter Marquis Spinola bei Frankfurt. Eine spanische Besatzungsregierung hat ihren Sitz in Kreuznach. Ihr untersteht auch Neuenhain.

1620

November. Kurfürst Friedrich von der Pfalz, auch König von Böhmen, verliert in der Schlacht am Weißen berg bei Prag seine Krone und sein Land.

1622

Juni. In der Schlacht bei Höchst besiegt Tilly Christian von Braunschweig

1626

Die Ort der Vogtei Sulzbach bekommen katholische Pfarrer und Lehrer

1631

König Gustav Adolf von Schweden erreicht im November Frankfurt, besetzt danach Höchst und Mainz

1632

7.Januar. Graf Heinrich Volrad von Stolberg wird in die Grafschaft Königstein eingesetzt. Ein kurpfälzischer Amtmann verwaltet Neuenhain.

1634/35

Die Pest wütet wieder im Land.

1635

Juli. Die Schwedenherrschaft an Rhein und Main geht nach der Schlacht bei Nördlingen zu Ende. Unsere Gegend wird von kaiserlichen Truppen besetzt, das katholische Bekenntnis wieder eingeführt.

1648

24. Oktober. Der Westfälische Fried zu Münster und Osnabrück. Die Kurpfalz wird wieder hergestellt.

1650

16. September. „Bergsträßer Rezess“, Landtauschvertrag zwischen Kurmainz und Kurpfalz. Die Vogtei Sulzbach kommt an Kurmainz.

1652

März. Neuenhain erhält neben dem reformierten auch einen katholischen Pfarrer und Lehrer. Die Kirche wird zur Simultan-Kirche.

1666/67

Wieder Pestzeit in unserer Heimat.

1710

Kirchenbau zu Altenhain, im Oktober eingeweiht.

1729-1769

Amtskeller Veit Gottfried Straub

1741

Wiederaufbau der Schneidhainer Simultankapelle.

1742/43

Das Amtshaus erhält einen neuen Oberstock aus Fachwerk.

1749

Schulhaus Neubau in der Höllgasse (heute Schulstraße 5)

1754

Katholisches Pfarrhaus wird neu erbaut (bei Simultankirche).

1762-1771

Neubau der Simultankirche, vollendet unter Kurfürst Emmerich-Josef.

1769

Neues Schatzungsbuch für Neuenhain

1769-1772

Letzter Amtskeller Georg Ernst Straub

1773

16. Januar. Kurmainz hebt das Unteramt Neuenhain auf.

1789

Französische Revolution, ab 1792 Revolutionskriege mit Deutschland.

1795

1. November. Das Amtshaus wird reformiertes Pfarrhaus.

1796

6. September. Festung Königstein von anziehenden Franzosen gesprengt.

1801

9. Februar. Fried von Lunéville. Linkes Rheinufer abgetreten.

1803

25. Februar. Reichsdeputationshauptschluss. Schon 4. Dezember 1802 ergreift das Fürstentum Nassau-Usingen Besitz vom Main-Taunus Gebiet und Rheingau.

1808

Reformierte Schule erhält einen Lehrer: Phillip Anton Biebricher.

1809

Nassauische Steuerreform beginnt, Ablösung der Leibeigenschaft.

1817

Schulreform: Statt der Konfessionsschulen jetzt für alle Kinder die Elementar- oder Simultanschule, in Neuenhain Januar 1920 eingeführt.

1823-1829

Drei Dorfgassen werden über den Haingraben hinaus verlängert, nachdem die „Chaussee“ Königstein – Höchst 1820 fertig gebaut wurde.

1840-1852

Ablösung der Naturalzehnten.

1848

Revolution auch in Nassau. Schultheißenwechsel, Bürgermeistertitel.

1851-1862

Neues Lager- und Stockbuch angelegt. Gemarkung wird neu vermessen.

1857-1863

Brauneisenstein Abbauversuche im Fuchshohlwald.

1866

Ende des Herzogtums Nassau. Übergang des Landes ans Königreich Preußen.

1870/71

Deutsch-Französischer Krieg.

1871-1890

Mädchen-Institut des Fräulein Marie Hillebrand. Neubau 1875/76

1891-1914

Frankfurter Rekonvaleszenten-Anstalt, dann Reservelazarett.

1899

Frühjahr. Methodistengemeinde Neuenhain-Soden weiht ihre Kapelle ein.

1902

Neuenhain verkauft seinen Markwaldanteil „die Brücher“.

1912

Simultankirchenverhältnis abgelöst. Katholischer Kirchen-Neubau am 28.07.1912 geweiht.

1914-1918

Erster Weltkrieg mit hohen Verlusten.

1922

Gemeinde kauft die ehemalige Rekonvaleszentenanstalt als ihr Rathaus.

1924

Ende der „Inflation“ durch Schaffung der Rentenmark (Goldmark).

1930

Wirtschaftskrise, große Arbeitslosigkeit

1933

Hitlers Machtergreifung

1939-1945

Zweiter Weltkrieg

1948

Juni. Währungsreform.

1955

Siedlungen an der Sophienruhe und am Fuchshohlwald. Neues Feuerwehr-Gerätehaus bei der alten Schule, Schulstraße 2.

1956

25. Juni. Einweihung der neuen Schule an der Schwalbacher Straße, 1. Bauabschnitt mit Lehrer Wohnbau.

1956

Neubau des katholischen Pfarrhauses, des Schwesterheimes und eines Jugendraums an der Pfarrstraße.

1959

12. Juli. Erster Spatenstich zur „Glaube und Tat“-Siedlung vor dem Fuchshohlwald.

1960

23. November. Kultur- und Sporthalle bei der neuen Schule eingeweiht.

1961

27. August. Trauerhalle auf dem Friedhof eingeweiht.

1962

Industrie-Ansiedelung der „Eichner Organisation“ wird in Betrieb genommen. Hauptstraße 101, seit 1969 „Olympia-Bürosysteme“ (OBS).

1962/63

Neubauten an der Sandwiese.

1964

Siedlung am Schellberg und bei den Dreilinden begonnen.

1965

Katholischer Kindergarten bei der Kirche eingeweiht.

1967

Dreilindenschule an der Schwalbacher Straße. 3. Bauabschnitt. Einweihung am 15. Oktober.

1968

Kleinsportanlage bei der neuen Dreilindenschule.

1968

17. November. Gedächtnisstätte für die Opfer der Weltkriege.

1969

12. Juli. Erster Spatenstich für das neue Gemeindezentrum (Rat- und Bürgerhaus und Bankgebäude) an der Stelle der niedergelegten alten Schule.

1969/70

Die Sportanlage am Waldhotel „Hubertus“ wird in das Gelände unterhalb des Sauerborn verlegt.

1970

Neuer, großer Wasser-Hochbehälter wird in Betrieb genommen.

1971

Herbst. Das Gemeindezentrum in der Dorfmitte wird feierlich eingeweiht.

Hinweis:
Die Quelle dieser Zeittafel (Otto Raven, Geschichte eines Dorfes, 1971 Hrsg. Gem. Neuenhain) kann in den Stadtbüchereien Neuenhain und Bad Soden ausgeliehen werden.

Dort sind ebenfalls die Neuenhainer Heimatgeschichtsbücher verfügbar:
Neuenhain - vom Vorgestern zum Heute / Fritz Geis, Gerhard Geis, 1991 Hrsg. Heimatgeschichts-Verein Neuenhain und
Neuenhain - Abschied einer Gemeinde / Reinhard A. Bölts, Peter Schumacher, 1976

Adressen und Öffnungszeiten unter:
www.bad-soden.de/sis/badsoden/stadtbuechereien/index.html